Aber wie soll ich…
Vor meinen Flirttrainings gebe ich den Teilnehmern “zum Warmmachen” die Aufgabe, bis zum Tag des Trainings aufmerksamer zu sein und andere Menschen anzusehen und auch mal grundlos anzulächeln. Häufig höre ich dann im Training:
“Naja morgens oder abends in der U-Bahn geht das schon mal gar nicht - da ziehen alle sooooolche Gesichter! Da hab ich dann auch gar keinen Mut und auch keine Lust jemanden anzulächeln!”
Ja, das kenn ich - doch wenn jeder so denkt bleibt eben alles wie’s ist…
Hier mal ein kleiner Videobeitrag darüber, was passieren könnte
Viel Spaß!
Mai 26th, 2009 at 13:28
Der hier beschriebene “Lehrgang” hilft bei der Entfaltung sog. “kommunikativer” Fähikeiten.
Die Vermittlung zwischenmenschlichen Umgangs ist vor allem Aufgabe der Schule, in der jeder Mensch zwischen 9 und 13 Jahre verbringen muss.
Das Erlernen der Kommunikation scheint dort nicht besonders gut zu klappen: bei Vorträgen hört keiner zu, die Lehrer sind selbst sind oft Fachidioten und der Freundeskreis ist zu oft hermetisch abgeschlossen. Wenn Beziehung und Körperkontakt zustandekommt, dann nur zu oft im schlicht betrunkenem Zustand als Ausgangspunkt.
Die moderne Gesellschaft macht es noch schwieriger auf Menschen zuzugehen:
Bei der im Videoclip gezeigten U-Bahn handelt es sich um einen Unstetigförderer der möglichst schnell Personen von A nach B transportiert. Zeit für Smalltalk, Flirt, Frage, Anekdote usw. ist zu oft nicht drin. Die Menschen fahren zu oft im Halbschlaf zur Arbeit oder völlig fertig zurück nach Hause. Die sind in ihrem Zustand oft nicht mal ansprechfähig. Wenn da einer laut ist - erzeugt er massig negative Gefühle. Das Video ist gestellt.
Die Bahn ist noch der Ort wo viele fremde Menschen aufeinander treffen: fährt man mit dem Auto entzieht man sich der letzten Blicke, bis man am Ziel ankommt.
Die Äußerlichkeiten werden in unserer Gsellschaft gleichzeitig immer wichtiger: Medien presentieren rund um die Uhr Schönheiten, die noch schöner (teilweise mit PC) tuchiert sind.
“Beauty” Produkte und deren Werbung üben einen starken Zwang aus sie zu kaufen und anzuwenden. Seit der 3 Klasse hat sich bei jedem Kind das Wort “Pickel” fest mit der Produktserie “Clearasil” ins Unterbewusstsein eingebrannt. Medien bauen so eine Scheinwelt auf und tun der menschlichen Psyche nichts wirklich Gutes.
Es gibt kein Meisterrezept aus den Zwängen hinauszukommen, wieder überall „Ich“- selbst zu sein, sich gut zu fühlen: selbst die millionenschweren Medienakteure leben ihre Lügen und taüschen sich als Profi-Schauspieler oft selbst.
Es gibt keinen Ausbruch aus diesem Verhaltens - Gefängnis: Man kann es nur versuchen und besser werden.
Ein kurzer Wochenendkurs wird wohl nur als Crashkurs aufgestellt sein - dessen Inhalt man später verdaut und in der normalen Situation anwendet. Einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in die Erschaffung seiner eigenen Person erleichtert er allemal.