Leben ist, was Du draus machst!

Immer wieder geht es in fast allen meinen Kursen auch um die Themen “Realität” und positive Lebenseinstellung und das nicht alles (naja - fast nichts) immer so kommt, wie man sich das vorstellt - und dass das häufig auch gut so ist. Gestern habe ich das selbst auf so eindrückliche Weise mal wieder am eigenen Leib erfahren, dass ich diese Geschichte einfach in meinem Blog erzählen muss.

Also das war so:

Unser guter Freund Uli Wolf aus Berlin hat vor kurzem eine Platte aufgenommen und fände es toll, wenn ein professionelles Plattenlabel Lust hätte, ihn unter Vertrag zu nehmen und diese Platte zu vertreiben. Natürlich hat er auch Hamburger Labels angeschrieben und versuchte, einen kurzfristigen Gig in der schönsten Stadt der Welt zu arrangieren, um Möglichkeiten zu geben, ihn auch live zu sehen und zu hören. Als er mir den Auftrittsort nannte, war ich zunächst etwas irritiert - aber ich dachte “Na gut, das ist zumindest ne interessante Umgebung - das wird bestimmt lustig!”

Als wir am Freitagabend um 8 alle zusammen dort eintreffen, ist der Laden - den ich nicht näher benennen möchte - ziemlich leer aber dafür ganz schön verqualmt, düster und miefig. Unser Freund baut seine Sachen auf und beginnt ein paar seiner Lieder anzuspielen, um sich warm (und Mut) zu machen. Der Empfang und die Gastfreundlichkeit der zwei Herren an der Theke ist sparsam - aber vielleicht gehört das zum “Charme” hier, denke ich mir.

Ich drücke schon mal die Daumen für alles und dass auch jemand von Ulis Lieblingsplattenfirma kommt. Noch 30 Minuten bis es losgehen soll, da tritt der ältere der beiden Wirte an uns heran, patscht mit der Hand auf den Tresen und meint “Hier! Wir wollen mal Nägel mit Köpfen machen!” Ich frage mich, was jetzt kommt - die Spelunke sieht nicht aus wie eine, die Verträge macht - also bin ich gespannt…. um Sekunden später meine Kinnlade wieder einsammeln zu müssen:

Obwohl unser Freund selbstverständlich und vorsorglich seine (für meinen Geschmack echt gute Musik - hör selbst!) dort vorgestellt hat, meinen die Herren hinterm Tresen, er würde nicht in den Laden passen, die Stammgäste vertreiben und er werde heute Abend nicht dort spielen. Dass er eigens dafür aus Berlin angereist ist, Leute eingeladen hat, Gäste erwartet, die feste Zusage durch eine Geschäftsführerin dieses Ladens (die heute natürlich nicht da ist) hat, ist den beiden Spacken völlig wurst. Der jüngere verabschiedet uns mit einem “Ey, ist echt nicht böse gemeint!” während “sein Onkel” mit einer Hand das Plakat von der Tür reisst.

Schock!!!!

Wir diskutieren nicht lange rum, weil das eh nichts bringen würde und verlassen das “Lokal” - draußen kämpfen mein Mann und sein bester Freund mit der Fassung… und ich mit der Realität. Okay, sage ich mir, der Laden war sowieso Mist… aber was machen wir jetzt?

Wir machen genau das, was die Situation erfordert und was ich all meinen Klienten immer sage: Wir nehmen sie an, akzeptieren sie und finden heraus, wofür das gut war.

Doch dafür brauche ich jetzt tatsächlich erst mal einen Schnaps und die beiden Jungs sehen so aus, als ob das auch für sie eine gute Idee wäre. Glücklicherweise müssen wir nicht lange suchen: Direkt um die Ecke ist der “Schellfischposten” - die Hafenkneipe, in der Ina Müller ihre tolle Show “Inas Nacht” macht. Kommt, da gehen wir jetzt rein.

Die Kneipe ist voll und ich muss mich zur Theke durchkämpfen - ein netter Mann in meinem Alter macht mir Platz und ich sage “So, ich brauche jetzt erst mal drei Schnaps bitte. Irgendwas was weh tut!” Das fällt auf und der Mann neben wir will wissen, was passiert sein kann, dass eine Frau wie ich so eine Bestellung aufgibt - und ob ich die drei Schnaps jetzt alle selber trinke - letzteres verneine ich und verspreche, ihm die Geschichte zu erzählen, sobald ich den Schnaps getrunken habe.

Und das mache ich dann auch…

Daraufhin wendet sich der Gast an die Frau hinterm Tresen und als ich der unsere Story erzähle, sagt die zu mir: “Na, dann sollen die Jungs doch hier spielen!? Was braucht ihr? Wir haben auch noch Gitarren - die hängen da oben, sucht Euch welche aus!”

Zehn Minuten später spielt Uli Wolf live im legendären Schellfischposten und sogar die meisten der eingeladenen Gäste können wir abfangen. Die anderen Gäste, die sonst nie etwas davon erfahren hätten finden es toll und bedanken sich mit reichlich Applaus, wir lernen supernette, neue Leute kennen und haben unglaublich viel Spaß. Der Herr von der Plattenfirma bleibt bis zum letzten Lied und verabschiedet sich gutgelaunt, mein Mann und sein bester Freund sind glücklich und strahlen über alle Backen und die Damen am Tresen freuen sich darauf, wenn wir wieder mal reinschauen.

Der Gig war offensichtlich ein voller Erfolg und der Abend einer tollsten überhaupt…

…weil ich einem netten Menschen erzählt habe, wie es mir geht und warum.

2 Responses to “Leben ist, was Du draus machst!”

  1. Flirt Baron Says:

    Das stimmt absolut, “jeder ist seines glückes schmid”, dieses alte Sprichwort kommt ja auch nicht von ungefähr. Wenn man etwas erreichen will muss man auch etwas dafür tun. Aber natürlich kann man dann nicht nachlassen, denn zum Beispiel eine Beziehung will auch gepflegt werden.

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