Wettkampfbedingungen
Flirten soll leicht sein. Flirten soll unverbindlich sein. Flirten soll Spaß machen.
Klingt ja gut - fällt aber vielen Menschen unendlich schwer. Warum?
Die persönlichen Gründe sind sicherlich bei jedem Menschen etwas anders - je nach Erfahrung und Einstellung. Einen sehr schönen Hinweis bekam ich aber neulich wieder in einem Coaching: Der Klient (ein Mann) sagte mir, dass ihm das eben einfach nicht in den Kopf wolle, denn er wünsche sich ja schliesslich wirklich eine Partnerschaft und er wolle gar nicht unverbindlich bleiben - ganz im Gegenteil. Wenn ihm eine Frau gefällt, dann wolle sie ja wirklich kennen lernen und selbst einen möglichst guten Eindruck machen. Und das alles sei für ihn alles andere als leicht, unverbindlich und spaßig - das sei mehr wie unter “Wettkampfbedingungen” - aber er lasse sich nicht auf einen Wettkampf ein, wenn er nicht das Gefühl habe, dass er gewinnen könne.
Aha! Nun sehen wir mal davon ab, dass bei einem Flirt grundsätzlich beide gewinnen sollten (und sei es nur, dass man bessere Laune hat, weil ein Wildfremder sich für einen interessiert) und versuchen wir mal mit dem Druck umzugehen, der durch dieses Gefühl entsteht:
Ich frage also meinen Klienten: “Wenn Du an einem Wettkampf teilnehmen möchtest, was machst Du, damit Du das Gefühl bekommst, gewinnen zu können?”
Die Antwort kam schnell und war ohnehin klar: “Ich bereite mich vor!”
Ich frage: “Wie machst Du das?”
Er sagt: “Ich trainiere!”
Ich frage: “Wie machst Du das?”
Wir sprechen über Laufen, Boxen und andere Sportarten und der Klient hat schon fast vergessen, warum er eigentlich hier ist und erzählt mir von Training und Vorbereitung und Konditionsaufbau.
Na, wer weiss, was ich ihm dann gesagt habe???